Geschichte des Flechtheimspeichers

In der vergangenen Dekade hat sich das Leben am Hafen grundlegend gewandelt – eine wichtige Konstante ist geblieben: der Flechtheim- und Rhenusspeicher. Wie kein anderes Bauwerk prägen die beiden zusammengehörigen Speicher das Erscheinungsbild des 1899 eröffneten Münsteraner Stadthafens und gelten zu Recht als dessen Wahrzeichen. Heute ist das denkmalgeschützte Gebäudeensemble eines der wenigen noch erhaltenen Industriebauten Münsters und bedeutsamer Beleg für die Industriekultur des frühen 20. Jahrhunderts.

Rückblick: Um 1910 war Münster nach Duisburg der bedeutendste Getreide-Umschlagplatz Nordwestdeutschlands. Im Wesentlichen verantwortlich dafür war die Firma Flechtheim, deren Speichergebäude im Jahre 1939 um den acht Stockwerke umfassenden Rhenusspeicher ergänzt wurde. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die ehemaligen Getreidespeicher noch bis 2007 von der Firma Rhenus als Lagerhäuser für Güter der unterschiedlichsten Art genutzt – von Lebensmitteln bis Treibstoffen. Danach erfüllten die fortan ungenutzten Gebäude ihre Funktion als architektonisches Denkmal.

Ausblick: Der Umbau des Flechtheim- und Rhenusspeichers bildet den „Auftakt zu einer architektonisch hochwertigen Entwicklung” am südlichen Hafenufer, davon ist der für den Umbau verantwortliche Architekt Dipl.-Ing. Jörg Preckel überzeugt. Das Gebäudeensemble bildet dabei das zentrale Bindeglied zwischen Vergangenheit und Zukunft seines Standortes: „Die Sanierung wird den hafentypischen Charakter dieser sehenswerten Gebäude erhalten und unterstreichen“, so Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke Münster.